Was ist Hypnose?

Geschichte der Hypnose (Kurz gefasst) 

 Sie ist recht eigentlich identisch mit der Geschichte von Psychologie und Psychotherapie. Es ist die Geschichte der Entdeckung des Unbewussten. Auch Freud hat seine Psycho Analyse zu Beginn mit Hypnose kombiniert.  Vorwissenschaftliche Phase Hypnose ist so alt wie die Menschheit. Heilkunde, auch Seelenheilkunde lag in der Hand der Priester, Schamanen, Medizinmänner als Vermittler zu einer metaphysischen Instanz.  Gesundheit wurde und wird nicht wahrgenommen, sie wird vorausgesetzt. Krankheit aber ist als Strafe oder Prüfung von dieser Instanz dem Menschen auferlegt. Mit der wissenschaftlichen Medizin wurde der Religion diese Funktion im 19.Jahrhundert ganz aus der Hand genommen. Nach Virchow gab es keine Krankheiten des Menschen mehr. Es gab nur noch Gewebs- und Organerkrankungen. Und der Patient war nur noch passives Behandlungsobjekt und hatte sich der Diagnose und Therapie der Ärzte zu unterwerfen. Das änderte sich wieder mit der sogenannten wissenschaftlichen Phase der Hypnose deren Anfänge zwar sehr an Scharlatanerie und illustre Therapieansätze grenzten, aber – wenn auch zum teil auf Umwegen – zur Entwicklung der Psychologie und Psychotherapie führte. 

 Die sogenannte wissenschaftliche Phase begann mit  Franz Anton Mesmer (1734 – 1815). Er war begüterter Arzt in Wien, hatte beste Kontakte zur Gesellschaft und Prominenz. Im Park seiner Villa wurde die erste Oper von Mozart "Bastien und Bastienne" uraufgeführt, auch Haydn und Beethoven gehen bei ihm ein und aus. Eine Heilung mit einem Magneten setzt ihn in Bann. Er hat selbst immer grössere Erfolge damit. Er postuliert die These vom Universal-Fuidum, das unsern Körper durchströmt, wenn wir in Harmonie sind und das nicht fliessen kann, wenn Blockaden in unserem Körper bestehen, was dann zu Symptomen führt. Mit dem Magnet hebt er diese Blockaden auf. 
 Später merkt er, dass er den Magneten weglassen kann und arbeitet mit den "Mesmerschen- Passes" (Mit der Hand ohne Berührung über die kranke oder blockierte Stelle fahren) und hat so unheimlichen Erfolg mit geradezu wundersamen Heilungen, dass er den Neid der wissenschaftlich orientierten Kollegen erweckt und Intrigen am Hof zum Opfer fällt. Er versucht seine Erfolge wissenschaftlich zu fassen. 
 
Mesmer ist der Beeinflussung des Körpers durch die Seele, der Suggestion, dem "Unbewussten", der "Hypnose", der Psychosomatik auf der Spur. Ausdrücke, die erst seine illustren Nachfolger prägen konnten - unter Ihnen Freud und Jung - und die aus unserm Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken sind.  Mesmer weicht nach Paris aus, wo er die Aufmerksamkeit des Adels, Zugang zu Marie- Antoinette und deren Protektion gewinnt. Durch die hysterische Bewunderung seiner Patienten angestachelt, kann er der Versuchung nicht widerstehen, zu skurrilen Heilpraktiken überzugehen, was ihn dann wieder anfällig für Intrigen der Ärzteschaft machte. 
 Doch seine Lehre vom "animalischen Magnetismus", was unglücklicherweise als "tierischer Magnetismus" übersetzt wurde, breitete sich in Windeseile in der ganzen zivilisierten Welt aus. Lafayette heilte Washington damit, in England liess sich der Augenarzt Braid vom Enkel des Fabeldichters LaFontaine unterrichten, wandte die Methode für Operationen an und prägte dafür den Namen "Hypnose" in Anlehnung an den "Sommeil lucide" der in Frankreich Mode wurde. Der "animalische Magnetismus" wurde in Dichtung, Oper, Philosophie aufgegriffen und in der ganzen damaligen Welt praktiziert. 

 Alles was damals in der zivilisierten Welt Rang und Namen hatte, befasste sich mit dem Phänomen: Mozart, Schiller, Kleist, Goethe, Lavater, Novalis, Brentano, Balzac, die Liste liesse sich beliebig verlängern.  Schopenhauer liess sich zu dem Satz hinreissen: „Der animalische Magnetismus ist die folgenschwerste aller jemals gemachten Erfindungen für die Menschheit.“  Mesmer endet zurückgezogen als unauffälliger Landarzt in Frauenfeld, wo der Verschollene noch im Alter von Wolfart, einem Mitglied der Medizinischen Akademie Berlin aufgestöbert wird. Wolfart hat den Auftrag, Mesmer zur Lehre nach Berlin zu holen, was er aber bescheiden ablehnt. Mit Mesmer hat das psychologische Zeitalter begonnen! 
 In Stichworten die wichtigsten Nachfolger, die auf seinen Erkenntnissen aufbauten und weiterbauten:  Braid (1795 – 1860) wurde schon erwähnt.  Von einem James Edsdale (1808 – 1859) gibt es Protokolle von tausenden unter Mesmerismus durchgeführten Operationen, auch Amputationen. Er konnte damit die Sterblichkeitsrate von den damals üblichen 50% auf 5% senken. 
 
Der Philosoph und Chirurg Abbé Faria (1755 – 1819) - der im "Graf von Montecristo" eine wichtige Rolle spielt - führt unter Hypnose viele schwere Operationen durch. Er ist mit dem Ausdruck "psychische Beeinflussung" nahe beim Ausdruck Suggestion, dessen Prägung der Schule von Nancy in der Zusammenarbeit zwischen dem Landarzt Liébault (1823 – 1904) und dem Wissenschaftler und Professor für klinische Medizin in Nancy Hippolyte Bernheim (1840 – 1919) vorbehalten ist. Bei Ihnen hat Freud (1856 – 1939) Erfahrungen mit Hypnose erweitert, nachdem er den weltberühmten Hypnose-Demonstrationen mit Hysterikerinnen von Charcot (1825 – 1893) an der Salpétrière in Paris beigewohnt hatte.  Charcot vertrat die Neuropathische Theorie, dass also Hysterie durch pathologische Veränderungen von Nervengewebe verursacht werde, und stand damit in Gegensatz zu Liébault und Bernheim, die von der Wirkung der Suggestion ausgingen und damit die psychologistische Ansichtsweise vertraten. Diese Diskussionen wurden mit aller verachtenden Härte geführt. 
 In Wien hat dann Freud Breuer orientiert, der anschliessend bei der immer wieder erwähnten Behandlung einer hysterischen Patientin, Pseudonym Anna O. in Realität Berta Pappenheim die erste Psychoanalyse sogenannt erfolgreich durchführte. Breuer überliess die Methode dann Freud. 

 Aber er wie Jung (1875 – 1960) haben Hypnose mit der Zeit abgelehnt, weil Ihnen die Sache zu verschwommen war. Sie hatten sie ausschliesslich mit direkten Suggestionen und sehr autoritär durchgeführt und waren in der Ausübung auch nicht sehr geübt. 
 Mit der Einführung der Narkose und Lokalanästhesie wurde Mesmerismus und Hypnose dann den Spiritisten und Okkultisten überlassen. Christian Science, Theosophie, Swedenborgsche Kreise und viele andere usurpierten die neuen Kenntnisse für ihre Zwecke. 
 Es war das grosse Verdienst von Milton H.Erickson ( Psychiater in Phenix, USA, 19011980), dass er die Hypnose wieder „salon-fähig“ gemacht hat. Mit seinen pragmatischen Ansätzen, seiner virtuosen und empathischen Art, sein Gegenüber zu beobachten und seiner stupenden Fähigkeit, mit dem zu arbeiten, was ihm von Patientenseite unbewusst angeboten wurde (Utilisation), brachte er es fertig, die Patienten ihrer eigenen Ressourcen bewusst werden und damit die Therapie quasi in eigener Regie durchführen zu lassen. Für seine Interventionen benutzte er des öftern indirekte Suggestionen in Form von spontan konstruierten Geschichtchen und Metaphern, mit denen er gleichsam durch die Hintertüre und ohne gleich den Widerstand des Klienten oder der Klientin anzuregen, diese(n) auf den Kernpunkt des Problems und zu dessen eigenständigen - nachhaltigen Lösung führen konnte. Seit Erickson ist Hypnose aber nicht stehen geblieben. Namhafte Wissenschafter weltweit, in den USA, Europa und auch in der Schweiz, sind mit der Forschung und Weiterentwicklung der Hypnose beschäftigt.  
 
 
Fritz Trechslin Dezember 1999 
 
Hypnosetherapie nach Milton Erickson: 
 "Jeder Mensch ist ein Individuum. Die Psychotherapie sollte deshalb so definiert werden, daß sie der Einzigartigkeit der Bedürfnisse des Klienten gerecht wird, statt den Menschen so zurechtzustutzen, dass er in das Korsett einer hypothetischen Theorie vom menschlichen Verhalten passt." (Erickson 1979) 
 
 
VORURTEILE 
 Häufig wird angenommen, dass in Hypnose der eigene Wille beeinträchtigt ist, und die eigene Kontrolle aufgegeben werden muss. Das würde bedeuten, dass Klienten in Hypnose nichts zu ihrer Heilung beitragen müssen und andererseits dem Therapeuten ausgeliefert sind. Beides ist falsch. 
 Grundsätzlich ist diese Art der Psychotherapie lösungs- und zielorientiert. Die gemeinsame Arbeit (TherapeutIn und KlientIn) ist focusiert auf jene Lösungszustände (gewünschte Befindlichkeit), die der Klient anstrebt. Da das Wiedererlangen bzw. die Erhöhung von Autonomie und Kompetenzen des Klienten im Vordergrund stehen, wären jede Form von Abhängigkeiten - auch die vom Therapeuten - nicht zieldienlich. 
 
 
PRINZIPIEN DER HYPNOSE-THERAPIE 
 Die bedeutsame Wendung, die Milton Erickson in die Auffassung der Hypnose brachte, lag einerseits in der großen Flexibilität und Individualisierung der Durchführung. Zum anderen ist Ericksonsche HypnoseTherapie stark an den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Klienten orientiert. 
 Sie sieht das Therapieziel nicht mehr darin, den Klienten durch Suggestionen zu einem möglicherweise nicht ihm entsprechendem Ziel zu bringen, sondern darin, dass der Klient seine eigenen Ressourcen für sich nutzbar machen kann. Das psychotherapeutische Vorgehen Ericksons respektiert die Autonomie des Klienten in besonderer Weise und er betrachtet ihn und sein Problem ganzheitlich und integrativ. Dies bringt auch die implizite oder explizite Einbeziehung der Familienmitglieder und anderer Umsysteme mit sich, da jedes Symptom beziehungsgestaltend wirkt.  

 
 DAS POSITIVE MENSCHENBILD 
 Im Gegensatz zu den meisten anderen Psychotherapiemodellen wird die Aufmerksamkeit in der Therapie nicht auf den Krankheitswert der Störungen, sondern auf die Fähigkeiten und Potentiale, sogar auf jene, die in der Störung selbst liegen, gerichtet. Symptome werden nach Möglichkeit nicht als Defekte betrachtet, sondern als Besonderheiten, die in ihrem Muster zu verändern sind. 
 Eine Störung ist häufig durch Rigidität von Denk-, Emotions- und Verhaltensmustern bedingt. Diese gilt es in der Therapie zu verändern, und hierzu wird Trance nutzbar gemacht, da alles was unwillkürlich geschieht, schnell, effektiv und ökonomisch abläuft. Im Gegensatz zur Freudschen Theoriebildung und in großer Nähe zu C. G. Jung sieht Erickson das Unbewusste als einen Speicher lebens- und entwicklungsgeschichtlicher Lernerfahrungen, die erheblichen Einfluss auf psychische und körperliche Vorgänge ausüben. Diese Erfahrungen sind prinzipiell wertneutral und für Veränderungen nutzbar. Vertrauen in unbewusste Prozesse zu haben, die in die vom Klienten gewünschte Richtung laufen, bedeutet erhebliche Ressourcen im therapeutischen Geschehen nutzen zu können. 
 
Quellenangabe: 
 REVENSDORF Dirk: Klinische Hypnose, Springer Verlag 1993 HYPNOSE UND KOGNITION II(l+2)11994,MEG Online buchen
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